„Wer zu Fuß von Scharnitz hierher marschiert ist selber schuld.“ werden wir später in der Tourenbeschreibung lesen, die wir in der Kochnische finden werden. Diesen Gedanken hatten wir zwar auch zwischendurch, die Weisheit darin haben wir jedoch nicht erkannt – obwohl wir 11 Liter Wasser, Essen und etwas Ausrüstung für die kommenden Tage auf die Schultern geschnallt haben und der sportliche Anstieg erst am Ende der Tour ansteht. Frei nach dem Motto „Taxifahren ist was für Fußkranke und Weicheier“ und aller Verunft trotzend sind wir also am morgen in Scharnitz losgelaufen und kämpfen uns aktuell bei Kilometer 20 fluchend durch die sonnenbeschienenen Latschenkieferhänge vom Rossloch zur Laliderer Spitze hinauf. Und wenn ich schreibe „kämpfen“ dann meine ich das auch so. Noch knappe 1.000 Höhenmeter.
Pünktlich zum Abendessen funkelt uns endlich das Ufo am Horizont an: die glänzende Zuflucht in der Karwendel-Steinwüste, die blitzblanke Mondfähre, unser Ort der Begierde: der Laliderer Biwak. Und außer uns ist keiner da. Schaut man in das Gästebuch, ist das mittlerweile nicht mehr selbstverständlich. Es hat sich wohl rumgesprochen, dass es diese wundersamen Orte in den Alpen gibt. Und dieser ist schon sehr besonders, der Tetraeder mit seinen metallenen Wänden und der gläsernen Kuppel, der fast schutzlos auf seinen dünnen Stelzen im Schutt am Grat thront. Der Aufstieg ist schnell vergessen, das Abendessen zusammengeschustert, die Lager bezogen und schon laufen wir energiegeladen weiter auf die von der Abendsonne beschienene Laliderer Spitze – es ist ja nicht weit. Über dem Ötztal braut sich währenddessen ein Gewitter zusammen.
Da hat wohl jemand Langeweile gehabt.
Die Baumgrenze ist endlich durchbrochen.
Da ist es, das Ufo!
Ob noch jemand da ist?
All exklusive, versteht sich.
Einmal alleine auf dem Berg übernachten_ Laliderer Biwak.
Nach dem langen Aufstieg ist nun Faulenzen in der Abendsonne angesagt.
Stolz wie Oskar.
Nichts tun und in die Sonne blinzeln.
Unsere kleine Welt im ist vollkommen. Erstaunlich, wie wenig man manchmal dafür braucht. Und wie schnell man alle Mühen des Tages vergessen kann. Und diese Stille – unheimlich. Und so toll! Keine Stimmen, kein Vogelgezwitscher, kein Wind, keine knarzende Bäume. Nichts. Nur einmal verirrt sich eine Gämse an das Laliderer Biwak und tritt einige Steine frei. Durch die Glaskuppel über uns leuchten Sterne und der Mond hinein. Draußen im Süden glühen die nächtlichen Lichter über Innsbruck. Im Norden, weit hinter dem Ammersee, dort wo gerade die vielen Wolken hängen, sieht man bei klarer Sicht München. Gerade blitzt es dort. Und wieder diese Stille.
Mein Haus.
Mein Auto.
Mein Spielplatz.
Und weil es so klasse war und ich extra früh aufgestanden bin, noch der Sonnenaufgangs-Nachschlag direkt vor der Haustür. Danach noch zwei Gipfel und viel Schuttgekraxel und schon sind wir auf dem Weg zum nächsten Tagesziel: das Hallerangerhaus wartet schon auf uns.
Konnte vor Aufregung nicht mehr schlafen. Obwohl es im Laliderer Biwak sehr gemütlich war.
Willkommen auf meinem Spielplatz!
Tschüß, Raumstation in der Steinwüste.
Hochgekraxel zum Gipfelkreuz.
Shadowland.
Gämsen sind morgens auch sehr aktiv.
Tourinfo Laliderer Biwak
Tourenlänge: Scharnitz – Hinterautal – Kastenalm – Rossloch – Lalidarer Biwak; rund 1670 Hm, 23 km. Rückweg gleich oder über die Dreizinkenspitze zurück ins Rossloch.
Schwierigkeit: Bis Rossloch breiter und recht ebener Schotterweg, danach steiler, teils wegloser Aufstieg.
Biwakschachtel: Lariderer Biwak (Karl-Schuster-Biwak) Nur für Selbstver- sorger, kein Wasser, keine Toiletten. 6 Schlafplätze, Maximalbelegung 12 Personen (sehr kuschelig), Kochnische mit Gaskocher und Geschirr, Decken und Kissen vorhanden.
Fazit: Wow! Klasse Tour, tolles Erlebnis! Wer clever ist, radelt oder fährt die ersten 14 km bis zur Kastenalm mit dem Taxi. Danach sind es immer noch gute 5 Stunden Aufstieg.
„Wer zu Fuß von Scharnitz hierher marschiert ist selber schuld.“ werden wir später in der Tourenbeschreibung lesen, die wir in der Kochnische finden werden. Diesen Gedanken hatten wir zwar auch zwischendurch, die Weisheit darin haben wir jedoch nicht erkannt – obwohl wir 11 Liter Wasser, Essen und etwas Ausrüstung für die kommenden Tage auf die Schultern geschnallt haben und der sportliche Anstieg erst am Ende der Tour ansteht. Frei nach dem Motto „Taxifahren ist was für Fußkranke und Weicheier“ und aller Verunft trotzend sind wir also am morgen in Scharnitz losgelaufen und kämpfen uns aktuell bei Kilometer 20 fluchend durch die sonnenbeschienenen Latschenkieferhänge vom Rossloch zur Laliderer Spitze hinauf. Und wenn ich schreibe „kämpfen“ dann meine ich das auch so. Noch knappe 1.000 Höhenmeter.
Pünktlich zum Abendessen funkelt uns endlich das Ufo am Horizont an: die glänzende Zuflucht in der Karwendel-Steinwüste, die blitzblanke Mondfähre, unser Ort der Begierde: der Laliderer Biwak. Und außer uns ist keiner da. Schaut man in das Gästebuch, ist das mittlerweile nicht mehr selbstverständlich. Es hat sich wohl rumgesprochen, dass es diese wundersamen Orte in den Alpen gibt. Und dieser ist schon sehr besonders, der Tetraeder mit seinen metallenen Wänden und der gläsernen Kuppel, der fast schutzlos auf seinen dünnen Stelzen im Schutt am Grat thront. Der Aufstieg ist schnell vergessen, das Abendessen zusammengeschustert, die Lager bezogen und schon laufen wir energiegeladen weiter auf die von der Abendsonne beschienene Laliderer Spitze – es ist ja nicht weit. Über dem Ötztal braut sich währenddessen ein Gewitter zusammen.
Unsere kleine Welt im ist vollkommen. Erstaunlich, wie wenig man manchmal dafür braucht. Und wie schnell man alle Mühen des Tages vergessen kann. Und diese Stille – unheimlich. Und so toll! Keine Stimmen, kein Vogelgezwitscher, kein Wind, keine knarzende Bäume. Nichts. Nur einmal verirrt sich eine Gämse an das Laliderer Biwak und tritt einige Steine frei. Durch die Glaskuppel über uns leuchten Sterne und der Mond hinein. Draußen im Süden glühen die nächtlichen Lichter über Innsbruck. Im Norden, weit hinter dem Ammersee, dort wo gerade die vielen Wolken hängen, sieht man bei klarer Sicht München. Gerade blitzt es dort. Und wieder diese Stille.
Und weil es so klasse war und ich extra früh aufgestanden bin, noch der Sonnenaufgangs-Nachschlag direkt vor der Haustür. Danach noch zwei Gipfel und viel Schuttgekraxel und schon sind wir auf dem Weg zum nächsten Tagesziel: das Hallerangerhaus wartet schon auf uns.
Tourinfo Laliderer Biwak
Schwierigkeit: Bis Rossloch breiter und recht ebener Schotterweg, danach steiler, teils wegloser Aufstieg.
Biwakschachtel: Lariderer Biwak (Karl-Schuster-Biwak) Nur für Selbstver- sorger, kein Wasser, keine Toiletten. 6 Schlafplätze, Maximalbelegung 12 Personen (sehr kuschelig), Kochnische mit Gaskocher und Geschirr, Decken und Kissen vorhanden.
Fazit: Wow! Klasse Tour, tolles Erlebnis! Wer clever ist, radelt oder fährt die ersten 14 km bis zur Kastenalm mit dem Taxi. Danach sind es immer noch gute 5 Stunden Aufstieg.